News der Schweizer Reisebranche

2.03.12 14:30
Lichter löschen bei der ST



Die ST hätte dieses Jahr ihren 30. Geburtstag feiern können. Dazu kommt es nicht mehr. Vor wenigen Tagen ist der Entscheid gefallen, die Schweizer Touristik einzustellen.

Der Verlag reagiert damit auf die stark rückläufigen Inserateerträge und die schlechten Aussichten im B-to-B-Markt der Outgoing-Industrie. Die durch den fundamentalen Strukturwandel hervorgerufenen Veränderungen innerhalb der Reisebranche haben auch die ST hart getroffen. In den letzten zehn Jahren sind rund 1500 Schweizer Reisebüros von der Bildfläche verschwunden. Und auch die grossen Reiseveranstalter haben vor dem Hintergrund des lange unterschätzten Strukturwandels grosse Umsatzrückgänge hinnehmen müssen. Der Zwischenhandel, allen voran das Tour Operating, ist arg unter Druck. Wachstum, so sind sich die meisten Betrachter einig, wird es im B-to-B-Markt nicht mehr ­­­­­– oder nur auf bescheidenem Niveau – geben. Nachvollziehbar also, dass Leistungsträger und Veranstalter zunehmend auf Endkonsumenten setzen, off- und online. Mit der schwindenden Bedeutung des klassischen Handels hat allerdings auch das Interesse an der ST als Werbeträgerin abgenommen. Eine fatale Entwicklung.

Der Entscheid, die ST nach 30 Jahren einzustellen, kommt deshalb nicht überraschend. Dennoch ist er schmerzhaft. Sieben engagierte und hochprofessionelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren ihre Stelle. Gerne hätten sie weitergemacht. Freilich, und daran gibt es keinen Zweifel: Ihre Namen werden wir bald wieder antreffen. Wenn auch bei anderen Titeln.

Die Ausgabe von heute und dieser Newsletter sind damit die letzten Publikationen der Schweizer Touristik. Für das unermüdliche, nie nachlassende Engagement in einem zunehmend schwierigen Marktumfeld bedanke ich mich herzlich bei meinen Kolleginnen und Kollegen. Der Dank richtet sich auch an alle ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ST, die viel Herzblut in den Aufbau der Zeitschrift investiert haben und noch immer eng mit dem Verlag verbunden sind.

Der grösste Dank geht aber an Sie, liebe Leserinnen und Leser. Ob als Abonnent oder Inserent ­– wir haben uns über Ihr Interesse und Ihre zahlreichen Rückmeldungen immer sehr gefreut. Unsere besten Wünsche begleiten Sie in die Zukunft.

Markus Weber





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